Was für eine Matratze soll ich kaufen?

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Was für eine Matratze soll ich kaufen?

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Was für eine Matratze soll ich kaufen?

Suche dir die ideale Matratze aus – eine neue Wirbelsäule kannst du dir nämlich nicht kaufen!

Ich hätte meinem Artikel auch den Titel geben können: „Worauf man beim Matratzenkauf achten sollte”, ich schreibe hier nämlich nicht nur über verschiedene Matratzen, deren Vor- und Nachteile, sondern biete ein komplettes Nachschlagewerk zum Thema Matratzenkauf. Befolge meine Ratschläge, und schlafe besser!

Wieso ich mich an so ein komplexes Thema wage?

Mit der von mir durchgelesenen Fachliteratur könnte man eine Bibliothek füllen, außerdem habe ich schon ca. 1297 Matratzen verkauft, anhand dieser Erfahrungen habe ich diese Studie verfasst.

Inhalt – Die Titel sind klickbar!


Warum sind bequeme Matratzen und guter Schlaf wichtig?

In einem Internetforum habe ich diese sehr zutreffende Meinung über die Bedeutung des guten Schlafes in Alltag gefunden. Es ging etwa so: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Schlaf die Grundlage von allem ist, seit ich richtig schlafe, bin ich ein besserer Mensch, ein besserer Vater, besserer Ehemann, und auch besserer Angestellter. Als ich zu wenig schlief, habe ich die Tage bestenfalls nur überstanden, schlimmstenfalls wurde ich ein gereiztes Arschloch.”

unterschied zwischen den Matratzen

Nach einem ausreichenden Schlaf sehen wir die Welt ganz anders (Quelle: pixabay.com, imgur.com)

Das ist wirklich so, eine bequeme Matratze, die die Wirbelsäule unterstützt, und  der daraus folgende richtige, tiefe Schlaf verbessern die Lebensqualität. Der Mangel daran kann gefährliche physische und mentale Beschwerden verursachen. (Link zum Artikel über Gefahren falscher Matratzen) ( Rücken- und Kreuzschmerzen, erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht, Gereiztheit, oder sogar aggressives Verhalten, Libidoverlust und Fertilitätsprobleme, Bluthochdruck und Diabetes Typ 2, vorzeitige Alterung, Gedächtnisstörungen, schwaches Immunsystem, Anfälligkeit für Krankheiten).

Der Schlaf wird beim Thema gesundes Leben leider immer noch schwer vernachlässigt – obwohl das Interesse daran stetig wächst. Man braucht nur in Zeitschriften über gesundes Leben zu blättern. Man liest da alles über Diäten, Tipps, wie man bis Sommer einen richtigen Waschbrettbauch bekommen kann, oder was man gegen Zellulitis unternehmen kann. Über den Schlaf, der für das Wohlbefinden sorgt und erfolgreicheres Leben bedeuten kann, finden wir kein einziges Wort…

Philip Krim, der kreative Generaldirektor  der amerikanischen  Matratzenvertriebsfirma  Casper stellte einmal fest: „Wir haben beobachtet, dass alle grüne Säfte trinken, und an einem Schreibpult arbeiten, um gesund zu bleiben und leistungsfähiger zu sein, den Schlaf aber opfert jeder. – sagte er. Was noch schlimmer ist, viele prahlen sogar damit, wie wenig sie geschlafen hätten.” (Arianna Huffington: Die Schlaf-Revolution, ungarisch erschienen:  Az alvás forradalma. Geopen Verlag, 2016. 329)

Wenn du gesünder, erfolgreicher sein möchtest, also ein erfüllteres Leben wünschst, musst du dir die individuell für dich passende Matratze sorgfältig aussuchen.

Betrachte den Matratzenkauf als langfristige Investition in deine Gesundheit!

Wie ist die ideale Matratze?

Seit jeher existiert die hartnäckige Vorstellung, dass eine steinharte Matratze am besten ist, denn nur die könnte die Wirbelsäule stützen, ich habe sogar schon die Meinung gehört, „es ist am besten für die Gesundheit, auf dem Boden zu schlafen.

In Wahrheit ist diese seit vielen Jahren bestehende fixe Idee völlig unbegründet. In der medizinischen Forschung  wurde nie auf den Zusammenhang zwischen Schlaf und Matratze fokussiert. Darüber schrieb Jenny McConell Wirbelsäulenspezialistin an der University Of Melbourne und Prof. Maureen Simmonds (University of Southampton, Institut für Rehabilitation) auf dem renommierten britischen Internetportal  für Gesundheit in 2003 erschien in Spanien eine Studie, die endlich einen Paradigmenwechsel bewirkte, für die Ärzte gilt sie als wegweisend, seitdem empfehlen sie ihren Patienten Matratzen.

An der 90 tägigen Studie nahmen 313 an Kreuzschmerzen leidende Erwachsene teil, und das Ergebnis war eindeutig:  halbharte Matratzen sind am besten für die Gesundheit, mit denen kann man am wirksamsten Rückenschmerzen vorbeugen.

wirbelsäule

Unsere Wirbelsäule (Quelle: http://anatomy4fitness.blogspot.hu)

Unsere Wirbelsäule hat drei natürliche Beugungen. Der konkave Rückenwirbel in Form eines umgedrehten C besteht aus 12 Wirbeln, der konvexe  Kreuzwirbel  aus 5, und der Halswirbel aus 7. Fachärzte meinen, nur die halbharten Matratzen passen sich dieser natürlichen Beugungen der Wirbelsäule  an. Für Menschen mit durchschnittlichem Körperbau bieten also mittelmäßig harte  Matratzen erholsamen Schlaf.

Eine zu harte Matratze kann in Hüft- Kreuz- und Schultergegend Druckpunkte bilden, diese harte Stützen verursachen chronische Deformationen an der Wirbelsäule (im mittleren Teil wird sie U-förmig), sie drücken auch auf den Blutkreislauf, weiche Matratzen können dagegen die Kreuzwirbel nicht stützen, der Körper versinkt völlig.  „Zu weiche oder zu harte Matratzen verursachen Spannungen in den Wirbeln im Hüftbereich.”( Harry N. Herkowitz, Leiter der Orthopädie im William Beaumont Krankenhaus). Das heißt, die Sehnen und Nerven in der Wirbelsäule werden überlastet.

Härtegrad und Stützfähigkeit dürfen nicht miteinander verwechselt werden!

Die ideale Matratze ist hart genug, um die Wirbelsäule zu stützen, aber so weich, dass sie die Konturen des Körpers annimmt und die Beugungen der Wirbelsäule stützt. Bei Seitenlage sind Schultern und Hüfte gefährdet, bei Rückenlage das Kreuz, bzw. der Rücken, wenn man auf dem Bauch liegt, kann der Oberkörper (hauptsächlich die Taille) und die Halswirbeln (in dem Fall kann man nur schlafen, wenn man den Kopf zur Seite dreht), diese können gedrückt werden.

optimale-liege

Quelle: www.sterlingmattress.com

Man kann also harte Druckstellen und Kreuz- und Rückenschmerzen  am Morgen oder tagsüber am ehesten loswerden, indem man eine halbharte Matratze benutzt.

Eine gute Matratze bietet nicht nur ideale Stütze für die Wirbelsäule, sie ist natürlich auch formstabil und langanhaltend, sie ist luftdurchlässig, sorgt damit für ein optimales Schlafklima (der Begriff antiallergisch wird hier nicht behandelt, er wird später ausgeführt.)

Welche Matratze sollte man kaufen?

Die Auswahl der Matratze ist immer subjektiv. Man muss das Gewicht (den Körperbau), die Schlafgewohnheiten, und auch eventuelle gesundheitliche Beschwerden berücksichtigen (z. B. Knorpelverschleiß, Allergie, usw.)

Der Matratzenkauf kann einen auch durcheinanderbringen. Es ist, wie wenn man ein unendliches Labyrinth betritt. Informationen über Materialien, Brands und Typen schwirren nur so um uns herum. Man muss schon aufpassen, nicht den Überblick zu verlieren…

Nehmen wir zuerst die verschiedenen Matratzentypen durch, nur in Stichwörtern, die wichtigsten Eigenschaften, Vor- und Nachteile.

Ich bin überzeugt, dass es nicht das eine richtige Matratzenmaterial  gibt, man kann nicht das eine finden, das für einen ganz sicher geeignet ist. Es gibt nur praktische oder weniger praktische Matratzen.

Matratzen mit Federung

Im Grunde gibt es zwei Arten von Matratzen mit Federung.

Über Bonell-Federkernmatratzen möchte ich nicht allzu viel Wort verlieren, man kann eindeutig feststellen, dass diese Technologie heute schon veraltet ist. Die großen, spiralförmigen Federungen sind miteinander verbunden in einem Stahlgerüst im Matratzenkern eingebaut (sie sind an sich nicht allzu bequem, so kommt meistens eine weiche Schicht darauf), sie sind mechanisch verknüpft, daher kommt auch der größte Nachteil von Bonell-Federkernmatratzen, nämlich dass sie sich kein bisschen der Form des Körpers anpassen können (vereinfacht gesagt: sie sind zu hart), ein weiterer Nachteil ist das Nachschwingen (Flächenelastizität). Die Matratze fällt in die Richtung nach unten ab, wo sie stärker belastet ist, also bekommt man die kleinste Bewegung des Partners mit.

Taschenfederkernmatratzen sind eine ganz andere Liga, man kann sie auch als Weiterentwicklung der Bonell-Federkernmatratzen betrachten (es gibt auch eine Zwischenstufe in der Evolution der Matratzenfederungen, sie wird Herkules-Federung genannt, die Federn sind ein wenig kleiner, als beim Bonell.)

Die Schwachpunkte der Bonell-Federkernmatratzen sind bei dieser Matratzenart aus der Welt geschafft, der Federkern besteht aus vielen kleinen Federungen, die in Gewebetaschen eingenäht sich voneinander unabhängig bewegen können. Die Taschenfederkernmatratze kann sich der Körperform genau anpassen, und damit die Wirbeln effektiv entlasten. Auch in Sachen Punktelastizität schneidet sie besser ab, als die Bonell-Federkernmatratzen, allerdings nicht so gut, wie Kaltschaum oder Memoryschaum.

taschenfedermatratzen

Quelle: https://johnryanbydesign.co.uk

Die Anzahl der Federungen bestimmt die Bequemlichkeit und den Wert einer Taschenfederkernmatratze. Je mehr Federungen sie hat, desto bequemer, anpassungsfähiger ist sie. Dies wird mit einer Zahl zwischen 200-2000 bewertet.

Über die ideale Anzahl der Federungen gehen die Meinungen auseinander. Michael Breus (Phd), der Schlafspezialist bei webmd, und Arya Nick Shamie (Santa Monica UCLA Medical Center, Professor für Orthopädie, Gehirnchirurgie und Neurologie) vertreten die Meinung, dass man über 390 Stück/m2 kein bedeutender Unterschied mehr zu spüren ist. Die Dicke der Federungen und die Anzahl der Spiralen wirken sich ebenfalls auf den Komfortgrad aus, dickere Federn und mehr Spiralen ergeben eine härtere Matratze, sie ist schwer eindrückbar (die Dicke der Federungen liegt etwa zwischen 1-2 mm, 10-20 Spiralen sind dafür typisch). Auch bei den Taschenfederkernmatratzen wird oft eine Komfortschicht angewendet, um sie noch bequemer zu gestalten.

Wem ist eine Federkernmatratze zu empfehlen, und wen sollte man davon abraten?

Sie ist zu empfehlen, wenn man auf Flächenelastizität besteht, und eine luftdurchlässige Matratze möchte. Es lohnt sich, eine bequemere Taschenfederkernmatratze auszuwählen, diese sind in Matratzenfachgeschäften in den verschiedensten Komfortgraden erhältlich, man kann sich also die mit der idealen Härte aussuchen.

In der Handhabung sind sie allerdings nicht gerade praktisch, eine Taschenfederkernmatratze ist massiv und ziemlich schwer. Viele meinen, das hat den Vorteil, dass sie langanhaltend sind. Die Stahlfederung hält vielleicht wirklich länger, als die Schaumstoffe, da aber der Schaumstoff um und über der Federung kaputtgeht, verliert die Matratze ihren Komfort. Im Preis-Leistungsverhältnis liegen die Taschenfederkernmatratzen leider weit hinter den Schaumstoffmatratzen.

„Biomatratzen“

Das Wort steht in Anführungszeichen, weil es Biomatratzen eigentlich gar nicht gibt. Ein natürliches Material  und ein Bio-Material sind nämlich nicht dasselbe. Ein Kissenbezug kann zum Beispiel aus normaler Baumwolle sein, oder aus Bio-Baumwolle, wo die Baumwolle nicht mit Chemie behandelt wurde, in dem Fall gilt nur die letztere als Bio-Material.

Die Matratze, die als „Bio” bezeichnet wird, ist nicht einmal aus einem  100% natürlichen Material angefertigt. Bei der Herstellung werden nämlich Technologien angewendet, aus der nur teilweise natürliche Materialien entstehen.

Hier sollten Kokos und Latex erwähnt werden, da besteht ein Unterschied wie Tag und Nacht. Meiner Meinung nach ist Latex eines der  besten Materialien für eine Matratze, Kokos das schlechteste. Kokos ist schon deshalb weniger praktisch, weil es an sich nicht als Grundmaterial eignet (das gilt natürlich auch für Memoryschaum), aber auch als Stützschicht liegt Kokos Lichtjahre hinter Kaltschaum was die Brauchbarkeit angeht (es ist steinhart, wenn es nicht dick genug ist, bricht es leicht, usw.) Es wird auch mit Memoryschaum und Latex kombiniert, um die harte Fläche ein wenig erträglicher zu  gestalten (vom Gefühl her liegt jedoch eine Memory-Latex Matratze immer noch weit hinter einer Memory-Kaltschaummatratze.)

latex-matratzen

Quelle: http://thomasvillelatexmattresses.com

Das Material Latex, aus Kautschukmilch vulkanisiert und aufgeschäumt, ist besonders elastisch und formstabil. Die meisten Latexmatratzen mögen vielleicht nicht völlig natürlich sein, sie sind jedoch sehr bequem. Sie sind elastisch, und da sie sich der Körperform anpassen, entlasten sie die Wirbel wirkungsvoll. Latexmatratzen gibt es in verschiedenen Härtegraden, sie können also auch als Komfortschicht eingesetzt werden, auf dem Markt gibt es aber auch komplett aus Latex angefertigte Matratzen.

Wann ist eine Biomatratze zu empfehlen, und wann nicht?

Sucht man eine angenehm federnde, bequeme Matratze, die sich prima dem Körper anpasst, sollte man sich Latexmatratzen genau anschauen. Neben Schaummatratzen eignen sich diese gut zur Linderung von Rückenschmerzen. Matratzen aus dichtem Latex sind herausragend formstabil und langanhaltend.

Ihr Nachteil ist jedoch, dass sie ein enormes Eigengewicht haben, deshalb verflixt schwer sind, es ist keine leichte Aufgabe, sie zu bewegen oder zu wenden. Über die Durchlüftung von Latexmatratzen sind die Meinungen gespalten. Sicher ist, dass die meisten im Inneren durchgelöchert sind (darüber später mehr), diese Lüftungskanäle sorgen für optimale Ventilation.

Schaummatratzen

In der Matratzenindustrie werden vielerlei Schaumstoffe verwendet, davon möchte ich nur zwei herausheben, die wegen ihrer vorteilhaften Eigenschaften besonders beliebt sind, Kaltschaum und Memoryschaum.

Man kann getrost behaupten, dass Kaltschaum das beste Grundmaterial der Matratzenindustrie des 21.Jahrhunderts ist. (Hier kannst du mehr über die Kaltschaummatratze lesen!)Er hat rein gar nichts mit dem Schaumgummi zu tun, der früher bei Sofas eingesetzt wurde. Sowohl die Zusatzstoffe als auch die Herstellungstechnologie (der er auch den Namen verdankt) sind grundlegend anders. Zwei Komponente (Isozyanat und Polyol) treten bei relativ niedriger Temperatur (30-75 Grad) miteinander in Reaktion in relativ kurzer Zykluszeit.

Der größte Vorteil von Kaltschaummatratzen ist ihre Variabilität, sie sind für Menschen mit dem verschiedensten Körperbau und Schlafgewohnheiten geeignet. Ihre drei Haupteigenschaften sind die Härte, Dichte und Elastizität. Das Spektrum reicht vom sehr harten, steifen  und konsistenten bis hin zum halbharten oder weichen, elastisch profilierten Kaltschaum, aus diesen kann sich jeder den geeignetsten aussuchen. Der Hersteller braucht also nicht unbedingt Memoryschaum auf den Kaltschaum zu legen, um eine richtig bequeme Matratze zu bekommen.

kaltschaummatratze

So sieht eine profilierte Matratze aus.

Der besonders elastische, halbharte Kaltschaum (HR-Schaum) kann eine Bequemlichkeit bieten, die mit der des Memoryschaums vergleichbar ist, aber sie sind viel luftdurchlässiger (die Fläche ist durch und durch mit Millionen von mikroskopisch kleinen Kanälen durchsetzt; nur Federkernmatratzen sind noch luftdurchlässiger). Sie sind punktelastisch, selbst wenn man ins Bett hüpft, stört man dem Partner beim Schlafen nicht. Das Ergebnis von Belastungstests ergab, dass sich die Kaltschaummatratzen selbst nach langzeitiger, dauerhafter Belastung weniger deformieren, als Matratzen aus anderem Material. Die Dichte des Kaltschaumes ist entscheidend dafür, wie lange die Matratze unter einem hält.

Die elastische Fläche und die Profilierung (die obere Seite der Matratze ist in Form geschnitten, deshalb sinkt sie mehr ein und ist besser durchgelüftet) sorgen für Entspannung der Wirbelsäule in  natürlicher Position beim Schlaf auf einer Kaltschaummatratze.

Wenn man sich also unter Kaltschaummatratzen umsieht, sollte man auf die Härte, Elastizität und Dichte achten. Die elastischere ist bequemer, und je elastischer, desto besser wird die Wirbelsäule unterstützt, wenn man eine Matratze möchte, die sich gut der Körperform anpasst, ist die mit Körperzonen-Profilierung ideal. In Ungarn sind vor Allem welche mit einer Dichte von 28-32 kg/m3 erhältlich, ich empfehle die mit größerer Dichte, mindestens 35 kg/m3.

Memoryschaummatratzen sind bis heute ununterbrochen beliebt, sie bieten nämlich einen Komfort, mit der es nur wenige Betteinlagen aufnehmen können. Der spezielle Memoryschaum reagiert auf den Gewicht und die Temperatur des Körpers, er wird weich und umgibt einen zart. Demzufolge entwickeln sich keine Druckstellen, die Gelenkschmerzen verursachen, die Wirbelsäule liegt in einer natürlichen Position, so dass die Wirbel entlastet sind, und man kann ungestört schlafen. Die Punktelastizität der Memoryschaummatratze ist am besten, so stören einander die Partner ganz sicher nicht, wenn sie sich in der Nacht manchmal umdrehen.

Dieses ausgezeichnet druckentlastende Material bietet also Komfort auf einer steiferen, härteren Stützschicht  (die kann aus irgendeinem Schaum, Taschenfederkern oder Kokos sein).

Der Bequemlichkeitsgrad der Memoryschaummatratze hängt von der Härte, von der Dichte und von der Dicke ab. Ich habe nie verstanden, warum viele ausgesprochen harten Memoryschaum vertreiben, da gerade die Weichheit und Formanpassung das Wesentliche sind, glücklicherweise überwiegen in den meisten Geschäften die weicheren.

Die Materialdichte beeinflusst nicht nur den Wert der Memoryschaummatratze, sondern auch andere wichtige Eigenschaften. In Ungarn sind Memoryschaummatratzen mit einer Dichte von 50 kg/m3 am meisten verbreitet, in einigen Einrichtungshäusern scheut man sich nicht vor 30-er Schaum, bzw. in immer mehr Geschäften ist  schon die Premium-Qualität  mit 85-95 kg/m3 erhältlich.

Es wäre grob vereinfacht zu behaupten, je dichter der Memoryschaum, umso besser. Bei Memoryschaummatratzen mit hoher Dichte werden sowohl die Vorteile als auch die Nachteile verstärkt. Sie sind bequemer, sie umgeben einen noch angenehmer, sie sind länger haltbar, aber sie werden auch wärmer, das für Memoryschaummatratzen typische „Sumpf-Gefühl” ist stärker.

viscoschaum

Es hängt von zwei Faktoren ab, wie dick die ideale Memoryschaumschicht sein soll. Bei einer Memoryschaummatratze mit Durchschnittsdichte (50 kg/m3) auf einer harten Unterschicht ist 4-7 cm Dicke optimal zur Formanpassung, wenn die untere Stützschicht elastisch ist, reichen auch 2-3 cm, bei Schaum mit hoher Dichte kann es auch 8-10 cm sein.

Wem ist Memoryschaummatratze zu empfehlen, und wem nicht?

Wenn man ganz einfach eine sehr bequeme (lieber weiche) Matratze möchte, oder man unter Gelenkschmerzen leidet, sich in der Nacht oft umdreht, oder morgens Rücken- oder Hüftschmerzen hat. Bei bettlägerigen Patienten kann man mit dem Gebrauch der Memoryschaummatratze wirksam Druckgeschwüre vorbeugen.

Man sollte jedoch die Finger von Memoryschaummatratzen lassen, wenn man zum Schwitzen neigt (nur um es klarzustellen, für einen astronomischen Preis kann man auch weniger erwärmende Memory-Materialien, wie z. B. Memorygel), wenn einem das Gefühl des Einsinkens nicht behagt (viele empfinden so), oder wenn man keine Matratze möchte, die einem an Bewegung hindert.

Matratzen mit Zonen

Wie schon beschrieben, können sich beim Schlafen harte Druckstellen entwickeln, die für Wirbelsäulenschmerzen verantwortlich sind, außerdem können sie auch den Kreislauf beeinträchtigen. Verschiedene Körperteile brauchen jeweils andere Unterstützung, sie sind nämlich nicht gleich schwer und gleichförmig.

Dieses Ziel wird mit der ergonomischen Ausarbeitung der Matratzen erfüllt, so kann sich die Matratze noch präziser der Körperform anpassen und die Wirbelsäule entlasten. Die Matratzen mit Zonen (5-Zonen und 7-Zonen sind am meisten verbreitet) haben verschiedene Härtegrade, vom Kopf in Richtung Beine, im Schulterbereich sinken sie mehr ein, und unterstützen an der Hüfte bisschen mehr.

kaltschaummatratze

Bei Memoryschaummatratzen werden die Zonen von der unterschiedlichen Dicke der Schichten und der Profilierung  gebildet; bei Latexmatratzen durch die Zahl und der Durchmesser  der  im Kern eingesetzten Kanäle; bei Matratzen mit Taschenfederkern bestimmt die Anzahl, der Durchmesser und die Dicke die Zonen.

Matratzenhärte und Körpergewicht

Es ist sehr wichtig, und wird von Fachleuten wird immer wieder betont, dass Härtegrad nicht mit dem Grad der Stützung gleichzusetzen ist.

Steinharte Matratzen sind niemandem zu empfehlen!

Die Matratze soll so hart sein, dass die Wirbelsäule in der natürlichen Form unterstützt wird.

Es gibt natürlich Zusammenhänge zwischen der Härte der Matratze und dem Körpergewicht, für schwerere Leute (100-110+) kann eine härtere Matratze mit größerer Wahrscheinlichkeit geeignet sein, Fliegengewichte können sich auch auf weicheren wohlfühlen.

Dr. Raymond Hall Wirbelsäulenspezialist empfiehlt Leuten unter 50 kg weiche oder extraweiche Matratze, für Leute zwischen 50-90kg halbharte, über 90 kg harte.

Trotzdem bin ich nicht der Meinung, dass solche und ähnliche Grundsätze allgemein gültig sind, es hängt nämlich von so vielem ab, auf welcher Matratze man sich ausruhen kann.  Der Körperbau (z. B. wie groß der Beckenknochen ist), und die Schlafposition spielen dabei auch eine Rolle.

Wenn man normal gebaut ist, wird die Wirbelsäule am besten von einer halbharten Matratze unterstützt.

Wie kann man die geeignete Härte heraussuchen?

Man kann nur eines tun, losgehen, und in den Fachgeschäften Matratzen ausprobieren, nur danach kann man die Entscheidung treffen, welche Härte die beste wäre.

Wie dick soll die Matratze sein?

Die optimale Matratzendicke hängt von vielem ab, je beleibter man ist, umso dicker sollte sie sein, dann hält die Matratze länger, aber es ist auch nicht egal, was für ein Bettgestell  man verwendet, und die Qualität und Härte des Materials können auch entscheidend sein.

gesamthöhe

Erwachsenen mit normalem Gewicht empfehle ich mindestens 17-18 cm dicke Matratzen, das reicht schon aus, den Körper zu stützen, und die Latten nicht zu spüren. Unter eine halbharte, 18 cm dicke Matratze braucht man kein elastisches Bettgestell, es kann getrost auch fester sein. Außerdem halten dickere Matratzen länger, da sie mehr Material enthalten.

Wenn man schon ein flexibles Bettgestell hat, oder einfach nur das lieber mag, kann man ruhig eine 12 cm dicke Matratze nehmen, das Bettgestell mit Holzfederung bietet nämlich weitere Formanpassung und Komfort. Eine relativ dünnere Matratze muss aber öfter ausgewechselt werden, weil sich das Material abnutzt.

Matratze und Schlafposition

Schlafspezialisten halten eindeutig die Rücken– und die Seitenlage für gesund, man sollte also möglichst in diesen Positionen schlafen gehen. Natürlich haben beide auch Nachteile, sind aber trotzdem um Klassen besser, als die Bauchlage

Man kann nicht das einzig richtige Material bestimmen, ebenso wenig die richtige Schlafposition. Man sollte also immer der eigenen Schlafposition entsprechende Matratze und Zubehör verwenden, um sich wirklich ausruhen zu können (das stimmt auch umgekehrt, man soll die Schlafposition der vorhandenen Matratze anpassen).

Für die Wirbelsäule ist die Rückenlage am angenehmsten, so wird sie am wenigsten belastet, das Gewicht ist gleichmäßig verteilt. Man kann Sodbrennen und Reflux vorbeugen (dazu muss jedoch der Kopf etwas höher liegen, als der Magen). Bei Rückenlage kann man halbharte, oder auch relativ härtere Matratze verwenden (hart wie Beton ist aber auch in diesem Fall verboten!). Liegt man auf dem Rücken, sollte man unter das Knie ein flaches Kissen legen, das entlastet die Kreuzwirbeln, und auch ein Kissen unter den Kopf, das die Halswirbel nicht deformiert.

Diese Schlafposition hat aber auch Nachteile, es ist kein Zufall, dass laut Statistik nur 20-30 % der Menschen so schläft. Bei der Rückenlage ist man am ehesten von Atmungsbeschwerden, Schnarchen und Schlafapnoe (Atemaussetzer) betroffen.

Auch bei Seitenlage kann die Wirbelsäule entlastet werden, sie kann sich in natürlicher Position regenerieren. Man muss nur eine halbharte Matratze wählen, auf der die Schultern, die Hüfte und das Kreuz einsinken können, denn nur so hält sich die Wirbelsäule gerade. Es ist sinnvoll, ein flaches Kissen zwischen die Knie zu legen, damit sie nicht auseinanderrutschen, keine Spannung in den Lumbalwirbeln entsteht, und das Kreuz symmetrisch bleibt.

schlafposition

Quelle:http://www.ladylifehacks.com

In dieser Position beugt man Schnarchen und Atemaussetzer vor, sie ist aber auch bei Refluxbeschwerden ideal. 50-60% der Leute in Übersee, aber auch hier bei uns, schlafen am liebsten in dieser Position.

Auf dem Bauch zu schlafen ist unvorteilhaft, weil fast die gesamte Wirbelsäule überlastet wird, besonders die Kreuz- und Halswirbeln, deshalb schlafen nur 10-20% auf dem Bauch. Es ist ein weiteres Problem, dass man nur schlafen kann, wenn man den Kopf zur Seite dreht, das deformiert die Halswirbel mit Sicherheit. Wenn man auf keinem Fall anders einschlafen kann, sollte man ein dünnes Kissen unter die Hüfte und den Bauch legen. Um auch ein Vorteil zu nennen, gegen Schlafapnoe und Schnarchen ist die Bauchlage ideal.

Spezielle Wirbelsäulenprobleme

Bei Arthritis, seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule und Rheuma sollte man harte Matratzen, die Spannungen bei den Wirbeln verursachen, unbedingt meiden.

Wenn man von Osteoarthritis geplagt wird, können die Embryonalstellung (Seitenlage mit hochgezogenen Beinen) und halbharte Matratzen Abhilfe schaffen. Diese Position ist auch bei Wirbelkanalverengung wirksam.

Die Entzündung des Schleimbeutels macht ebenfalls eine halbharte Matratze nötig, auf der keine Druckstellen entstehen können. Man sollte in Seitenlage schlafen, mit einem flachen Kissen zwischen den Beinen, wenn man an Schmerzen an der Hüfte leidet.

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Quelle: thespinaldecompression.in

Auf dem Bauch zu schlafen ist im Allgemeinen nicht zu empfehlen, aber im Falle von degenerativem Wirbelsäulenverschleiß kann es die Lösung sein. Die Bandscheiben zwischen den Wirbeln können in Bauchlage auf einer  eher harten Matratze entlastet werden. Man sollte unter den Bauch und unter die Hüfte ein flaches Kissen legen, um keinen Druck auf die Lendenwirbel auszuüben.

Patienten mit parazentralem Bandscheibenvorfall ist ebenfalls die Bauchlage zu empfehlen, bei foraminalem kann die Embryonalstellung Linderung der Schmerzen bewirken.

Was man sich nicht sparen darf: Matratzenprobe

Eine Matratze ist eine Langzeitinvestition in die Gesundheit, man sollte sich also immer ausreichend Zeit für die Auswahl der idealen Matratze nehmen. Mit sicherer Hand eine gute Wahl zu treffen ist nur mit Ausprobieren möglich.

Ich bin kein Fan von der Idee jedes Matratzengeschäft aufzusuchen und alle Matratzen zu probieren, die Matratzen sind nämlich, von kleinen Unterschieden abgesehen alle gleich. Als Matratzenhändler habe ich die Erfahrung gemacht, je mehr der Kunde probeliegt, umso verstörter wird er. Wenn man in ein Fachgeschäft geht, sollte man ca. 3 Arten von Matratzen ausprobieren je nach Material und Härtegrad.

Wie lange und wie sollte man probieren?

Einige Experten meinen, es sollte 10-15 Minuten dauern. Das kann stimmen, trotzdem sollte man sich ein wenig mehr Zeit dazu nehmen (ich hatte schon einen Kunden, der etwa 10mal ins Geschäft kam und stundenlag auf der Matratze lag und las, das ist schon ein wenig übertrieben J).

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Vergiss dein Lieblingskissen zu Hause nicht!

Beim Probeliegen sollte man die Position aufnehmen, in der man zu Hause schläft (wenn man sich oft dreht, dann alle Positionen). Man kann auch das Lieblingskissen mitnehmen, oder den Verkäufer um ein ähnliches bitten. Die ausgestellten Matratzen sind wahrscheinlich nicht erst seit gestern im Geschäft, man sollte also damit rechnen, dass die brandneu gekaufte Matratze etwas härter ist, bei der Nutzung wird sie mit der Zeit weicher.

Ist die ausgesuchte Matratze nicht gerade dick (etwa 14-15 cm), muss man nachfragen, was für ein Bettgestell sich darunter befindet, es ist möglich, dass man zu Hause auf einem elastischen oder härteren ein anderes Gefühl hat.

Dienstleistungen zu den Matratzen

Wie bei anderen Einkäufen, sollte man bei Matratzen auch darauf achten, welche Unterstützungen, Extraleistungen vom Vertrieb zur Matratze angeboten werden, die eine gute Wahl bestätigen können.

Bei vakuumverpackten Matratzen (die sehen aus, wie riesengroße Kapseln, vor Allem die Schaumstoffmatratzen) zum Beispiel ist der Transport oft gratis, einige Vertreiber entsorgen die alte Matratze beim Kauf einer neuen, unter den Dienstleistungen ist jedoch die Garantie, die Umtauschgarantie und die Geldrückerstattungsgarantie am wichtigsten.

Die Garantie bezieht sich bei Matratzen auf Produktionsfehler, und nicht auf Materialabnutzung (und auf Bequemlichkeit). Wenn in der Matratze sich schon nach einem halben Jahr eine riesige Delle gebildet hat, ist das ein Hinweis auf Materialienfehler, es fällt also unter Garantie, ist jedoch die 8 Jahre alte Matratze (die realistische Haltbarkeit einer Matratze liegt bei 7-8 Jahren ) im Hüftbereich schon etwas weicher, gilt die Garantie dafür nicht. Ich will damit nicht sagen, dass man eine Matratze mit 2 Jahren Garantie kaufen soll, aber eine Garantie länger als 10 Jahren ist unrealistisch. Selbst die bedeutendsten Hersteller (z.B. Tempur) bieten eine Garantie, wenn eine Dell von mindestens 2 cm darin ist, das wird aber niemals vorkommen…

Nach 1-2 Nachten kann man noch nicht sagen, ob die Matratze wirklich passend ist, das dauert mindestens eine Woche (einige meinen, es dauert noch länger, bis die Matratze ein wenig gebrochen ist). Liegt man schon seit Jahren auf einer durchgelegenen Matratze, und die Wirbelsäule hat sich daran gewöhnt, braucht es Zeit, eine neue Matratze als bequem zu empfinden.

Matratzenkauf ist also auch Glückssache…

Genau deswegen wurden die Umtauschgarantie und die Geldrückgabegarantie erfunden. Diese zwei darf man nicht verwechseln, die erstere bedeutet, man kann sich statt der unbequemen im Geschäft eine andere aussuchen. Die letztere verspricht die Rückerstattung des ganzen Preises, oder einen Teil davon. Das ist in der Regel mit Bedingungen verknüpft (die Matratze wird schmutzig oder beschädigt nicht zurückgenommen, deshalb sollte man sich einen Matratzenschoner kaufen), manchmal wird das Geld auch ohne Bedingungen zurückgezahlt.

Wir hoffen, wir konnten euch helfen!

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Quellen:

  • www.webmd.com/sleep-disorders/features/how-to-pick-your-perfect-mattress#1
  • www.webmd.com/sleep-disorders/features/how-to-pick-your-perfect-mattress#2
  • www.webmd.com/sleep-disorders/features/how-to-pick-your-perfect-mattress#3
  • lifehacker.com/5862152/how-to-choose-the-right-mattress-so-you-sleep-peacefully-every-night
  • www.getrichslowly.org/blog/2009/07/17/how-to-buy-a-mattress/
  • www.getrichslowly.org/blog/2009/07/15/preparing-to-shop-for-a-new-mattress/
  • www.spine-health.com/blog/top-12-tips-buying-a-new-mattress
  • www.theguardian.com/lifeandstyle/2016/feb/01/softly-does-it-how-to-choose-the-perfect-mattress
  • sleepopolis.com/guides/how-to-choose-a-mattress/
  • www.goodhousekeeping.com/home-products/a25695/mattress-buying-guide/
  • www.huffingtonpost.com/2015/06/29/mattress-myths_n_7662014.html
  • www.pillo1.com/blog/tips-tricks/how-to-choose-the-right-mattress-and-the-right-firmness.html
  • sleepopolis-mattress-reviews.com/mattress-firmness-guide/
  • www.medicalnewstoday.com/releases/4678.php
  • www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14630439
  • www.amerisleep.ca/best-mattresses-for-back-pain
  • johnryanbydesign.co.uk/understanding-beds/pocket-springs/
  • www.eurofoam.hu/alvaskultura/hideghab/
  • www.sleeplikethedead.com/mattressreview-memory-foam.html
  • www.medicaldaily.com/sleeping-positions-stay-healthy-best-and-worst-ways-sleep-during-night-296714
  • www.spine-health.com/wellness/sleep/mattresses-and-sleep-positions-each-back-pain-diagnosis
By | 2017-11-02T13:48:13+00:00 Mai 8th, 2017|Schlaf|0 Comments

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